• Geteiltes Aserbaidschan: Blick auf ein bedrohtes Volk

    Es gibt heute im Iran entgegen Artikel 15 des Grundgesetzes der Islamischen Republik Irans, der den verschiedenen Volksgruppen das Recht gibt, nicht nur auf persisch, sondern auch in ihrer eigenen Sprache unterrichtet zu werden, für mehr als 25 Millionen Aserbaidschaner keinerlei Möglichkeit, ihre Kultur und Sprache zu entfalten. Die Kinder müssen in den Schulen ausschließlich die persische Sprache erlernen. Selbst die Benennung der neugeborenen Kinder mit aserbaidschanischen Namen ist untersagt. Man kann sagen, daß sich der Klerus hartnäckig gegen die Vielfalt der Nationen und Kulturen im Iran zur Wehr setzt.

  • Schwarzer Januar

    Schwarzer Januar von baku – 20.01.1990

    Ein weiterer Grund, der bis heute die Berichterstattung zu Aserbaidschan allgemein beeinträchtigt, ist die Schwierigkeit, dass viele Europäer Aserbaidschan als Land weder kennen noch einordnen können. Wenige wissen beispielsweise über die banalsten Fakten wirklich Bescheid, sei es die Tatsache, dass Aserbaidschan im Kaukasus liegt, einmal eine Sowjetrepublik war oder gar, dass bereits 1918 Frauen in der ersten (noch islamischen) Republik Wahlrecht genossen. Man kann daher auch ein geschichtliches Detailwissen von vielen deutschen Bürgern nicht erwarten, egal, ob es dabei um den „Schwarzen Januar“ oder die deutschen „Kolonien“ Helenendorf, Annenfeld und Georgsfeld geht. Dass nämlich die deutsch-aserbaidschanischen Beziehungen wesentlich älter sind, als man gemeinhin annehmen mag, ist vielen Deutschen ebenfalls nicht…

  • Das Massaker von Chodschali

    TAZ (Tageszeitung Berlin) 7.03.1993 : „….Die Totenhallen der Moschee von Agdam sind letzte Stätte für die Opfer der Barbarei. Von Kugeln zerfetzte Kinder, Menschen deren Augen nach dem Tod ausgestochen wurden, Frauenleichen, deren erfrorene Finger nachträglich abgeschnitten wurden, um Ringe zu plündern- Hocali ist ein Synonym für Barbarei…“

  • Interview mit PD Dr. Michael Reinhard Heß

    Bodenstedt hatte anfangs ja den Eindruck erweckt, er habe Gedichte (oder „Lieder“, wie er sie nannte) von Vazeh übersetzt, hat diese Aussage unter öffentlichem Druck aber später zurückgenommen und eingestanden, die „Lieder“ tatsächlich selber gedichtet zu haben (bis auf ganz wenige Verse, die vielleicht Nachdichtungen orientalischer Originale sind, die aber nicht unbedingt von Vazeh stammen müssen). Bis heute sind auch vermeintliche Originale der „Lieder“ nirgends aufgetaucht. Es gibt also zwei Behauptungen, die es zu überprüfen gälte. Erstens: Existieren Originalgedichte oder -lieder von Vazeh, auf die Bodenstedts „Lieder“ zurückgehen könnten?

  • Ein Film zum 100-jährigen Jubiläum der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik

    Am 28. Mai 1918 entstand in Aserbaidschan die erste demokratische Staatsformation in der ganzen muslimischen Welt. Noch lange vor einigen führenden westlichen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Großbritannien oder USA wurde in Aserbaidschan 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt. Für die kurze Phase ihrer Existenz verfügte die Demokratische Republik Aserbaidschan über eines der modernsten politischen Systeme ihrer Zeit. Die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Aserbaidschan war während der Pariser Friedenskonferenz am 20. Januar 1920 von den Entente-Staaten de-facto anerkannt worden. Helenendorf in Aserbaidschan Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs die Kolonie rasenschnell und ebnete den Weg für die Entstehung weiterer deutscher Siedlungen wie Georgsfeld (1888), Mekseevka (1902), Grünfeld (1906), Traubenfeld (1912) etc. 1919, in…

  • Reflexionen zum Näsimijahr 2019 – PD Dr. Michael Reinhard Heß

    Ähnliche Beiträge / Похожие записи:Interview mit PD Dr. Michael Reinhard HeßEin Film zum 100-jährigen Jubiläum der…Zwischen Heldengedenken und Opferverhöhnung- Zum…Фестиваль света в Берлине 2019 - Festival of Lights…The Summer School featured Baku Intercultural Youth…Grüne Woche Berlin 2019 - Зеленая неделя в Берлине

  • 31 March – Day of Genocide of Azerbaijanis

    The Gulustan and Turkmenchay treaties, signed in 1813 and 1828 respectively, laid the foundation of the split of the Azerbaijani people and division of their historical lands, subsequently leading to expropriation of those lands. In a very short span of time, the mass resettlement of Armenians to Azerbaijani lands began.Although Armenians, who were resettled in the territories of Iravan, Nakhchivan and Karabakh khanates, were less in numbers than the Azerbaijanis living there, they managed, with support from their patrons, to establish an administrative unit called the “Armenian oblast”. This artificial division of state territories encouraged the displacement of the indigenous people of Azerbaijan from their lands as well as the…

  • Ein kurzer Überblick über die Geschichte von Duchoborzen und deren Verbannung nach Transkaukasien

    Asif Masimov Doktorand an der Humboldt-Universität zu Berlin</p> <p style="text-align: justify;"><strong>Geschichte: Entstehung des Duchoborzentums und Begriffserklärung</strong></p> Bei der Untersuchung der Entstehung der Duchoborzen spielt die Arbeit von M.O. Novitskij[1] und W.D. Bontč-Brujewitč eine relevante Rolle. Ein großes Problem bei der Untersuchung der Geschichte der Duchoborzen ist das Fehlen schriftlicher Zeugnisse dieser Sektengruppe, denn sie haben keine Tagebücher oder ähnliches geführt.[2] Die Lehre der Duchoborzen besteht aus den drei spirituellen Anfängen: Gedächtnis, Vernunft und Wille, also, die Dreifaltigkeit: Gottvater – Gedächtnis, Sohn Gottes – Vernunft und Heiliger Geist – Wille.[3] Manchmal werden die Duchoborzen auch als Ikonoborzen (Ikonenkämpfer) bezeichnet, da sie von Anfang an die Ikonen als religiöses Attribut nicht akzeptiert…

  • Chronik eines Massenmordes mit Ansage – die Lehren aus Chodschali

    Zarduscht Alizade erinnert sich in seinem Buch „das Ende der zweiten Republik“ (2006) daran, dass am 25. Februar 1992 morgens der Präsident Aserbaidschans A. Mutalibov seinen Bruder Araz Alizade beauftragte, mit Boris Jelzin zu verhandeln. Bereits am selben Tag, um 18.00 uhr, traf sich Araz mit dem Präsidenten der Russischen Föderation in Moskau. Jelzin hörte ihm mürrisch zu, rief dann den Verteidigungsminister, Marschall Schaposchnikov, an und fragte ihn, ob es wahr sei, dass die russischen Soldaten gemeinsam mit armenischen Guerilla-Kämpfern die aserbaidschanischen Dörfer in Karabach Brandschatzten und die Zivilisten töten würden? Schaposchnikov antwortete, das alles sei Lüge und Verleumdung. Dann bat ihn Araz diese Angaben beim Vorsitzenden des KGB Barannikov…

  • Assyrer im muslimischen Aserbaidschan

    Von Samir Hasanov  Doktorand an der Universität zu Köln Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung E-Mail: Samir.Hasanov85@yahoo.com Seinerzeit beherrschten Sie große Teile des heutigen Iraks (im Altertum als Mesopotamien bekannt), Irans und Norden Syriens. Bis in die östlichen Gebiete des Alten Ägyptens ragte ihr Herrschaftsgebiet hinein. Sie, Assyrer, haben das erste Großreich der Weltgeschichte (zwischen 13. – 7. Jahrhundert v. Chr.) etabliert. So unangefochten und unerschütterlich ihre Herrschaft einst zu sein schien, kam der Niedergang im Zenit ihrer Macht im Jahre 609 v. Chr. völlig überraschend, als Babilonier und Meder, ehemals Untertanen der Assyrer, das Schicksal des durch den lang anhaltenden Bürgerkrieg abgeschwächten Weltreiches besiegelten. Die blühende Hauptstadt Ninive (im nördlichen Irak) und zahlreiche Ortschaften…