Ein russisches Dorf in Aserbaidschan

Ein Relikt aus der Sowjetzeit ist Kolchos-Dorf Ivanovka. Auf schier endlosen Feldern erntet man gemeinschaftlich Kartoffeln und Wein, statt sich mich Domino im Cafe zu vergnügen, und auf den sorgsam gezogenen Straßen, die noch „ulica“ (Straße) heißen, spielen blonde Kinder. Rundherum russisch anmutende Häuser, in denen überwiegend Molokanen leben, Altgläubige, deren Vorfahren aufgrund ihrer religiösen Überzeugung als „apokalyptische Fundamentalisten“ aus Russland ausgewiesen und zu Muslimen geschickt wurden. Zudem leben in Ivanovka einige Lesgier. Es versteht sich von selbst, dass Verkehrssprache hier nach wie vor Russisch ist.

Das Regionalmuseum in der uliza Aliyeva 4 verwahrt einen Fundus an Wissenswertem über das 200jährige Dorf. Von außen erkennt man es unter den umliegenden Wohnhäusern allein am grünen Gartenzaun. Im Haus Nummer 19 verkauf Georhgij Schnaps und den berühmten Hönig von Ivanovka. Seine Frau ist Deutschlehrerin und erzählt gern über das Dorf und dessen Geschichte, so auch, dass hier bereits seit 1968 durchgehend Deutsch unterrichtet wird.

Es gibt keinen Busverkehr, aber Sammeltaxis von Baku-Kreisverkehrs in Ismayilli, gegenüber Chaldash-Petrol-Tankstelle. Von dort führt die Straße lange geradeaus, bis man an der Ivanovka-Tankstelle nach links abbiegt. Von dort sind es noch sechs Kilometer durch weite Kolchos-Felder bis zum Dorf.

Quelle: von Philine von Oppeln, „Aserbaidschan“

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