Die Entfernung nach Baku beträgt etwa 373 km. „Schuscha“ bedeutet „Glas“ (die Aserbaidschaner vergleichen reine Luft oft mit Glas). Den Namen verdankt die Stadt wahrscheinlich der wunderbar reinen Luft in dieser Gegend.

Es handelt sich dabei um eine der schönsten Städte des Landes, die über einzigartige Quellen verfügt: Isa Bulag, Turschsu, Sakina Bulag, Isti Bulag, Sozug Bulag, Jus Bulag, Girkh Bulag, Tcharikh Bulag u.a. Ihre Entstehung und die folgende Entwicklung von Schuscha sind eng mit der Machtfestigung und Stärkung des Khanats Karabach verbunden.

In Schuscha blieben beidseitig die Reste der früheren starken Stadtmauer erhalten. Der Gründer der Stadt war der Karabach-Herrscher Panakhali Khan. Er erbaute an diesem Ort eine Festung und nannte sie Panakhabad (1756-1757). Später wurde sie nach dem Namen des Nachbardorfes Schuscha umbenannt.

Panakhali Khan baute noch weitere Stützpunkte (Bayat, Schakhbulag) und befestigte zudem die Anlage Askeran. Im 18. Jh. war Schuscha eine der wichtigsten Städte Aserbaidschans. Es wurde eine starke Stadtmauer errichtet. Außerdem entstanden zahlreiche Viertel der Handwerker. Die Kaufleute aus Schuscha handelten mit Städten im Iran und mit Moskau. In der Stadt selbst wurden eigene Münzen Panabadi (Panakhbadi) geprägt. Diese schöne Stadt, die hoch im Gebirge liegt, begeisterte die Reisenden seit jeher. „Die Häuser der Stadt sind wohl geordnet, schön hoch und durch zahlreiche wunderbare Fenster beleuchtet. Die Stadt ist aus den Felssteinen gebaut und steht auf diesen Felsen. Die Straßen sind überall mit breiten Platten gepflastert, die Dächer sind holzverkleidet“, so beschrieb der russische Maler W. Wereschagin die Stadt der besonders reinen Luft. Die Viertel hatten gedeckte Galerien mit Steinsäulen, die Marktplätze waren groß und belebt.

Auf dem Meydan, dem Hauptplatz der Stadt, gab es zahlreiche Verkaufsstände sowie eine zweistöckige Karawanserei. An diesem Platz stand auch die Moschee-Kathedrale mit zwei Minaretten. Am Stadtrand befand sich die Rennbahn „Dschidir Düsü“. Sie lag neben einer tiefen Schlucht „Daschalti“ („unter dem Stein“). „Girkh Pilleken“ („vierzig Stufen“) führen zum Fluss „Daschalti“ am Grund der Schlucht. Am Abstieg zum Fluss befand sich die uralte Höhle „Xazina Qala“ („Festung der Schätze“). Diesen Platz besuchte jeder, der in Schuscha zu Gast oder zuhause war.

Es ist schwer, alle bemerkenswerten Baudenkmäler Schuschas aus vergangenen Tagen zu erwähnen. Die Liste zählt 170 architektonische und 160 Kunstdenkmäler. Dazu gehören unter anderem folgende Hausmuseen: Museum der Dichterin Khurschud Banu Natavan, des Artillerie-Generals Mehmandarov (Teilnehmer der heldenhaften Verteidigung von Port Arthur), des hervorragenden Komponisten Useyir Gadjibekov, des Sängers Bül-Bül, des Dichters und Malers Mir Mokhsun Navvab. Ferner sind die Schlösser von Ibragim Khan und seiner Tochter Gara Bejückkhanum des Orients verzeichnet.

Schuscha war Heimat für viele hervorragende aserbaidschanische Sänger, Musiker, großartige Komponisten und Dirigenten. Zu nennen sind an dieser Stelle Djabbar Garyagdi Oglu, Guran Primov, Bül-Bül, Seyud Schuschinski, Khan Schuschinski, Raschid Behbudov, Useyir Gadjibekov, Niyasi, Fikret Amirov, Suleyman Aleskerov. Bedeutende Schriftsteller wie S. Akhundov, A. Agverdiyev, I. Vezirov, die Dichterin Khurschud Banu Natavan, der Dichter Kasumbek Zakik, Bildhauer und Maler T. Narimanbekov, D. Garyagdi und andere bedeutende Persönlichkeiten wurden in dieser Stadt geboren.

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