Matthias Wolf – Ein paar Gedanken zu den Ereignissen der letzten Tage

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Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen, Weggefährten und konstruktive Kritiker,
in den letzten Tagen sind wieder einige Dinge geschehen, die mich staunen und schaudern lassen zur selben Zeit. Angefangen von einem Festabend im Aserbaidschanischen Haus Berlin, über ein Interview, das in “improvisiertem” Aseri meinerseits gehalten wurde bis hin zu einer Demonstration, auf der ich ebenfalls persönlich zu Wort kam, liegt eine ereignisreiche Woche nun fast hinter mir. Doch sind diese Ereignisse nichts anderes als ein Spiegel unserer verrückten Zeit. Einer Zeit voller Konflikte, angestauter Wut und Konzeptionslosigkeit seitens der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Ich sage das nicht, um zu diffamieren oder jemanden persönlich herab zu setzen. Ich sage es, weil diese Woche mir einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig Solidarität in der Familie, im Freundeskreis oder im Arbeitskollegium ist. Besonders in letzterem bleibt für tiefgreifende Gespräche nicht immer Zeit. Aber wenn man gemeinsam demonstriert, gemeinsam auf die Straße geht, gemeinsam ins Gespräch kommt, dann lassen sich Einsichten gewinnen und Vorurteile abbauen.
Ich bin ganz sicher kein Mensch, der sein Land nicht mag. Aber nun zu sehen, wie beispielsweise in den Medien wieder alte Feindbilder bedient werden, indem man im Bergkarabach ausschließlich Aserbaidschan als “böses muslimisches Aggressorland” hinstellt, ist mir UNERTRÄGLICH! Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit wollen NIEMALS Krieg. Den wollen immer nur einige wenige und die haben nicht das Wohl der Völker im Sinn, sondern ihre ganz eigenen Ziele. Die Idee, dass mancher Deutsche nun diesen Medienmythen aufsitzt und das Falsche zu glauben beginnt, schmerzt mich bereits jetzt, bevor überhaupt Vorurteile kursieren. Für mich ist es ein Territorialkrieg, wie für die Betroffenen auch. Doch für den unbedarften Medienkonsumenten kann es ein Verleiten zu falschen Schlüssen sein. Dem möchte ich entgegen wirken. Mein Land (Deutschland) soll ein Land der gebildeten, weltoffenen und vor allem kritisch denkenden Menschen bleiben, wobei ich inständig darum bitte, “kritisch” nicht mit “hasserfüllt” zu verwechseln. Die internationale Solidarität kann nur gelingen, wenn wir endlich aufhören, politisch unverantwortliches Handeln mit nationaler Zugehörigkeit gleich zu setzen. Es geht immer um Personen und Partikularinteressen. Die Völker wollen Frieden und Ruhe und sie sind es auch die unter Kriegen und Kontroversen zu leiden haben. Deshalb werde ich, egal ob auf deutscher, aserbaidschanischer, russischer oder meinetwegen auch anderer Seite nie Verurteilungen treffen. Ich werde immer da kooperieren, wo ich fühle, dass es um die GERECHTE SACHE ZUM WOHLE DER MENSCHEN GEHT! In diesem Sinne, solidarische Grüße und einen schönen Abend Euch allen.
Matthias Wolf, Potsdam, den 06.04.2016

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